# 236 Byebye Arschengel? Von Triggern lernen und Toxizität erkennen
30. Jan, 2026Wann der ‚Arschengel‘ hilft – und wann er Toxizität verschleiert – ein Plädoyer für bewusste Führung
Was tun, wenn Teammitglieder, Kolleg:innen oder Vorgesetzte dich emotional triggern – ständig kritisieren, Termine sprengen oder dich „auf die Palme bringen“? In dieser Solo-Folge stellt Julia Peters das provokante, aber wirkmächtige „Arschengel“-Konzept von Robert Betz vor: ein Reframing, das schwierige Menschen als Botschafter für ungelöste Themen in uns selbst begreift. Doch Vorsicht: Nicht jeder Konflikt ist ein „Geschenk“ – manchmal stecken toxische Strukturen, Machtmissbrauch oder systemische Probleme dahinter.
Julia zeigt, wie du das Prinzip konstruktiv nutzt, ohne dich zu überfordern:
„Nicht jeder Konflikt oder jede schwierige Person ist ein „Geschenk“ – manchmal ist es schlicht Alltagsrassismus oder ein Systemproblem, das Veränderung braucht.“ (Julia Peters)
Wichtigste Impulse für die Führungspraxis – kurz & knackig:
Wofür das Arschengel-Konzept gut ist:
- Der „Arschengel“ ist ein Reframing: „Schwierige“ Menschen können als Spiegel für eigene Unsicherheiten, Ängste oder ungelöste Konflikte gesehen werden. Beispiel: Ein kritischer Mitarbeiter könnte deine Angst vor Fehlern spiegeln – eine Chance, Fehlertoleranz zu üben.
- Führung beginnt mit Selbstführung: Nur was du in dir löst, kannst du nach außen tragen.
- Neugier statt Widerstand: Trigger als Hinweis auf unerfüllte Bedürfnisse oder Entwicklungsfelder nutzen; Übung macht souverän: Rollenspiele im Coaching oder Teamentwicklung, um konstruktive Reaktionen zu trainieren.
- Psychologische Sicherheit gelingt leichter mit weniger Impulsivität = mehr Raum für offene Kommunikation.
WICHTIG: Grenzen des Konzepts – wann es nicht reicht:
- Toxizität erkennen: Mobbing, Diskriminierung oder Machtmissbrauch sind keine Lernchancen, sondern erfordern Intervention (HR, Betriebsrat, Mediation). Das gilt auch im Umgang mit marginalisierten Gruppen.
- Systemische Probleme: Überlastung oder unklare Rollen lassen sich nicht durch Selbstreflexion allein lösen.
- Sprache: Der Begriff „Arschengel“ und das Konzept des Triggers als „Geschenk“ versucht, mit esoterisch nahen Bildern und vereinfachten Konzepten ein vermeintliches Allheilmittel zu platzieren – die Wahrheit ist komplexer.
„Es gibt einen Bereich, da bist du als Führungskraft relevant persönlich verantwortlich – und dann gibt es einen anderen Bereich, da muss ein System verändert werden. Und es ist wichtig, das zu kombinieren.“ (Julia Peters)
Experiment: „Wo war dein letzter ‚Arschengel‘-Moment? War es ein Geschenk, ein Systemproblem – oder beides?“
Feedback: Schreib mir gerne, wie du den Ansatz für dich nutzt (kontak(at)juliapeters.info).
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Shownotes:
- Das erwähnte Video von Robert Betz bei YouTube: https://youtu.be/r-4iD1twa40?si=Sagz_2yg0PJU3-V3
- Buch-Tipp: „Psychological Safety“ von Amy Edmondson
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