Alles zu viel und nichts geschafft? Eisenhower für Eltern!

27. Jan, 2017

Heute geht es um Folgendes „Wenn mein Tag so voll ist, dass ich abends das Gefühl habe nichts geschafft zu haben… was kann ich tun?“ Das Problem dabei ist ja, dass sehr viel Frust entsteht, richtig?

Neulich hatte ich einen Vater im Karrierecoaching. Er beschrieb sehr intensiv seinen Arbeitsalltag, vollgepackt und teilweisemehrere Termine gleichzeitig. Oft schafft er es nicht, seine Arbeit zu Ende zu bekommen, und jeden Abend geht er mit dem Gefühl nach Hause, eigentlich nichts geschafft zu haben. Traurig wurde es dann, als er mir erzählte, dass er diesen Frust viel zu oft an seiner Familie auslässt, indem er z.B sehr ungeduldig mit seinen Kindern ist und mitunter grundlos sehr laut wird. Das sind die Momente, wo alles einfach zu viel ist, und das kennt vielleicht manche/r von Euch.

Was kann man tun?

Ein Hauptproblem meines Kunden schien zu sein, dass er relativ wahllos möglichst viel zu schaffen versucht. Oft hektisch und mit wenig Zeit zum Innehalten. Wir haben dann gemeinsam geschaut, wie er etwas mehr Struktur ins einen Tagesablauf bringen kann, indem er seine Prioritäten anders setzt. Es war klar, dass trotz aller Arbeit emotional die Familie eine hohe Priorität für ihn hat, und da wollte er ein anderes Maß an Energie bereitstellen können.

Ein langbewährtes Tool zur Priorisierung – also zum Überlegen, was mache ich zuerst und was kommt dann – stammt von einem amerikanischen Präsidenten. In diesem Tagen klingt das vielleicht nicht unbedingt nach Gütesiegel, aber der Herr von dem ich spreche, hat vor sehr langer Zeit das Amt inne gehabt, genauer gesagt von 1953 – 1961. Es geht um Eisenhower. Diesem Präsidenten wird nachgesagt, dass er jeden Morgen diese ganz einfache Zeichnung gemacht hat…

In dieser Zeichnung gibt es zwei Achsen – eine steht für Dringlichkeit, also alles was dringend ist, und eine steht für Wichtigkeit.
Da gibt es einen großen Unterschied: Dringend ist gerne vermeintlich wichtig. Dringend erkennt man auch oft an Lautstärke, so ein bisschen wie bei den Vögeln im Nest – wer am lautesten schreit, der bekommt auch zuerst. Oft verwechseln wir das und ich möchte euch ermutigen, mal nachzudenken, was für euch wirklich WICHTIG ist? Ist das zuhause der Wäscheberg vor der Waschmaschine? Der ungemähte Rasen? Und was ist Euch bei der Arbeit WICHTIG? Dass Ihr pünktlich Feierabend machen könnt, dass Eure gute Arbeit gesehen wird und ihr vielleicht weiterkommt in Eurer Karriere? Ein gutes Klima mit den Kollegen?

Denkt mal nach!

Eisenhower ging dann noch weiter und zeichnete in diese Darstellung 4 Felder ein, die sich automatisch aus den 2 Achsen ergeben. Diese beschriftete er mit A,B, C und D.

A: Das sind alle Aufgaben, die dringend und wichtig sind. Das sind die, die ihr heute/ jetzt machen müsst, und davon sollte es eigentlich nie mehr als 2-5 am Tag geben, sonst seid ihr zu locker in eurer Bewertung. Das müsst Ihr auch selber machen.

B: Das sind wichtige Aufgaben, die sind aber nicht unbedingt jetzt/ heute dran è Wiedervorlage

C: Das ist der laute Vogel im Nest – vermeintlich wichtig, aber bestenfalls dringend. Wenn ihr eine Chance habt, dann schaut mal, ob das nicht jemand anderes erledigen kann für euch. Wenn nicht, dann ist das definitiv erst nach den A-Aufgaben dran. Hier ist meistens das größte Potenzial. Wenn Ihr es euch leisten könnt, dann heißt das zum Beispiel, dass man sich eine Haushaltshilfe sucht, oder die Hemden in die Wäscherei bringt oder den Nachbarsjungen den Rasen mähen lasst. Wenn Ihr Mitarbeiter habt, überlegt euch, wer von den Mitarbeitern diese Aufgabe für euch erledigen könnte. Und wenn es niemanden außer dir gibt, der die Aufgabe erledigen kann, dann kannst du immer nochmal überlegen, ob sie 1.) wirklich SOOO dringend ist oder ob du 2.) nicht vielleicht auch die Aufgabe einfach ablehnen kannst. Zum NEIN sagen wird es an anderer Stelle nochmal was geben.
D: Papierkorb! Mülleimer! Ignorieren, aussitzen, nicht machen!
Das Tolle ist, wenn ihr euch auf die A-Aufgaben konzentriert und die wirklich erledigt, dann stellt sich meistens schon ein ganz anderes Gefühl ein, ein Gefühl von „Ich habe was geschafft!“ dann noch eine B und vielleicht 2-3 C und du hast deinen Tag wunderbar erledigt.

Wichtig ist, dass du dir kurz – 5min – wirklich die Zeit nimmst, diese Planung zu machen. Das kannst du auch für Zuhause nehmen, vielleicht sogar zusammen mit dem Partner, wenn Ihr überlegt, was Ihr am Wochenende noch UNBEDINGT machen müsst, und was auch einfach mal liegen bleiben kann. Und das beste: Wenn ihr darüber redet und einer Meinung seid, dann kann es auch keinen Streit mehr geben ;-). Und am Ende ist mehr Energie für das Wesentlich da.

Ich habe auch mal herumgesponnen, wie Eisenhower für Eltern aussehen könnten:
Et Voilà! Gerne ergänzen!

Probiert’s aus – ich bin gespannt auf Eure Erfahrungen – gerne als Kommentar oder Mail

eisenhowereltern

 

eisenhowerpur

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