Dornröschen ist OUT! Mit Selbstmarketing aktiv eigenen Chancen gestalten ist IN!

11. Apr, 2018

Liebe Frauen da draußen,

als Karriere Coach für Frauen (in Führung) und Eltern geht es immer wieder in Coachings darum, was Karriere eigentlich für die Frauen bedeutet und wie Sie das persönlich erleben und füllen möchten. Für alle Coachees ist es dabei maximal wichtig, möglichst viel Entscheidungsspielraum und Flexibilität zu haben, um Ihr persönliches Modell von einer attraktiven Lebensgestaltung umzusetzen. Ein wichtiger Bestandteil dabei ist regelmäßig die Gestaltung der Außenwirkung, alleine schon um zumindest die guten Möglichkeiten angeboten zu bekommen. Ob frau sie dann wählt, das kommt ja dann ganz darauf an. Aber die Optionen, die wollen wir alle haben, oder nicht?

Wir wollen gesehen und geschätzt werden. Und nicht wenige meiner weiblichen Coachees wundern sich mitunter darüber, warum sie vermeintlich vom Chef übersehen werden oder im Wettrennen mit Kollegen den Kürzeren ziehen. Sie beklagen sich dann darüber, wie angeberisch männliche Kollegen seien und wie unnütz und von gestern sie die langen Präsenzzeiten in den Büros erleben. Letzteres ist insbesondere für die Mütter teilweise ein handfestes Problem: Wer nicht da ist, weil er schon sein Kind an der Kita abholen muss/ möchte, der ist halt nicht beim Meeting dabei oder verpasst die entscheidenden informellen Gespräche um 17:30 am Kaffeeautomaten.

Bei den Müttern (gerade nach dem Wiedereinstieg wegen Kinderpause) geht es zusätzlich sehr oft darum, Erwartungen an sich selbst zu managen oder Erwartungen von anderen bedienen zu können. Latent ist dann immer ein Gefühl vorhanden, nicht alles leisten zu können und niemandem gerecht zu werden. Resultat: Eine dauerhafte Unzufriedenheit mit sich selbst.

Was kann frau tun?

Faktisch sind wir Frauen so gut ausgebildet wie noch nie – die Abgangszahlen der Universitäten belegen das eindrucksvoll. Aber bis oben kommen nicht wirklich viele von uns. Da ist von der berühmten gläsernen Decke die Rede, von fehlenden Modellen, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Sheryl Sandberg, COO von Facebook schrieb vor einigen Jahren Ihren Bestseller Lean In: Ein Aufruf an (junge) Frauen, sich einfach reinzuhängen und nicht zu warten, bis man vielleicht entdeckt wird. Daraus entstand eine weltweite Bewegung von mittlerweile mehr als 37.000 Zirkeln, in denen Frauen sich regelmäßig zur gegenseitigen Unterstützung treffen (www.leanin.org). Die Gründe, warum es noch lange nicht so viele Frauen wie Männer an den wichtigen Stellen gibt, sind sicher zahlreich.

Frauen sind oft zu zögerlich

Was ich aber in meinen Coachings sehr oft erlebe ist, dass Frauen einfach sehr zögerlich reagieren, wenn es darum geht, gut von sich zu reden oder zu zeigen, was sie Gutes gemacht haben. „Sei wie das Veilchen im Moose, sittsam bescheiden und rein. Und nicht wie die stolze Rose, die immer bewundert will sein.“ Dieser Satz, früher einmal für das Poesiealbum gedacht (wer kennt es noch?), scheint uns irgendwie anzuhaften. Die meisten Frauen, mit denen ich über Selbstmarketing rede, finden alle, dass das per se eine super Idee ist und dass sie hierbei dringend mehr machen müssen. Und tatsächlich: Untersuchungen zufolge hat unsere Fachkompetenz gerade mal 10% Anteil daran, ob wir weiterkommen oder nicht. Image trägt weitere 30% und Sichtbarkeit sogar riesige 60% dazu bei (Quelle: http://www.zeit.de/karriere/beruf/2015-06/selbstmarketing-frauen-karriere). Selbstmarketing sorgt für Sichtbarkeit! Es wäre das logischste von der Welt, einfach zu machen. Und doch: Viele Frauen erleben das als peinlich und nicht authentisch. Dabei ist nichts authentischer, als sich der eigenen Stärken bewusst zu sein und dies auch selbstbewusst zu leben.

Die eigenen Stärken besser kennen lernen – das ist der Anfang!

In meinen Trainings und Coachings gehe ich folgendermaßen vor. Zuerst muss das grundlegende Konzept und der eigene Stärkencocktail sauber ermittelt werden. Das finden viele Frauen sehr bereichernd – ein Boost für das Selbstwertgefühl! Im Kern steht dabei die Arbeit an und mit den eigenen Stärken. Vielen Frauen wird dann erst so richtig bewusst, was sie alles können und schon geschafft haben. Danach wird diese Grundlagenarbeit in viele praktische Ansätze übertragen, Insbesondere die Übung zum „Elevator-Pitch“ findet regelmäßig eine große Aufmerksamkeit. Hierbei ist die Frage: Wie stelle ich mich kurz und knapp jemand anderem so vor, dass ich im besten Sinne des Wortes „merk-würdig“ in Erinnerung bleibe. Ein guter Satz gibt hier viel innere Stärke, ihn auch tatsächlich auszusprechen.

Es scheint, dass viele Frauen bei dem Thema jemanden brauchen, der sie an die Hand nimmt, der mit ihnen übt und der sie ermutigt, in kleinen Schritten ein bisschen mehr von sich zu zeigen.

Selbstmarketing braucht am Ende des Tages auch Mut: Ich zeige etwas von mir, und das könnte auf Ablehnung stoßen und vielleicht sogar andere verärgern. Ist es das? Hindert uns ein verstecktes Harmoniestreben am Schritt zum eigenen Profil? Müssten wir uns etwa dafür schämen, was beim Selbstmarketing zum Vorschein kommt?

Prägt weibliche Zurückhaltung sogar ganze Branchen und Bereiche?

Und lasst uns mal einen Schritt weitergehen…könnte es sein, dass es mitunter ganze Branchen oder Fachbereiche gibt, in denen die weibliche Zurückhaltung noch mehr kultiviert wird als in anderen? Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass Vertrieb und Marketing tendenziell eher nicht dazugehören (wobei es auch dort noch etwas zu tun gibt). HR zum Beispiel hat traditionell aber traditionell einen sehr hohen Frauenanteil. In der HR-Image Studie von Haufe aus dem Jahr 2013 zeichnet sich ein Bild ab, bei dem sowohl MitarbeiterInnen aus anderen Bereichen als auch HR-MitarbeiterInnen sich die Rolle als „strategischer Partner“ oder auch „Change Agent“ zum größten Teil selbst absprechen. Ebenso wird Macht und Einfluss von HR-Bereichen – d.h. die Vertretung in obersten Entscheidungsgremien sowie die Einflussnahme auf wichtige Unternehmensentscheidungen – als eher gering eingestuft. PersonalerInnen sehen sich dort gerne als hilfsbereit, kompetent, vertrauenswürdig und sympathisch. Die Netten von nebenan. Aber nicht einmal das nehmen die MitarbeiterInnen des restlichen Unternehmens laut dieser Studie so positiv wahr. Ist HR der Image-Verlierer in Unternehmen? In meiner Karriere als Angestellte bin ich (damals tatsächlich etwas ungewöhnlich) vom Marketing-Bereich in den HR-Bereich gewechselt und wurde allen Ernstes hinter vorgehaltener Hand gefragt, was ich denn bei „den Losern“ wolle. Könnte es also sein, dass gerade die fantastischen HR-Frauen viel zu wenig von sich und Ihrer Arbeit zeigen, um ernst genommen zu werden? Das ist ein Stück meiner persönlichen Erfahrung.

Und ich möchte an dieser Stelle die Hypothese aufstellen, dass immer dann, wenn viele Frauen zusammenkommen, tendenziell eher tiefgestapelt wird. Als ob wir es einander nicht gönnen würden?

On top: Teilzeit-Mütter im doppelten Nachteil!

Für Teilzeit-Mütter ergeben sich bei dem Thema zwei zusätzliche Herausforderungen: Erstens sind sie grundsätzlich weniger Zeit anwesend, und damit bleibt auch signifikant weniger Zeit, Selbstmarketing zu machen und die berufliche Anerkennung aktiv zu steuern. Anstatt aber wenigstens etwas zu machen, machen Teilzeit-Mütter oft gar nichts mehr, denn (und das ist zweitens): Viele Mütter konzentrieren sich besonders darauf, Ihre Arbeit möglichst sehr gut zu erledigen, oft besser als nötig. Schließlich soll Ihnen keiner nachsagen, dass sie Ihrer Aufgabe nicht gewachsen sind. Mittagspausen und der berühmte Schwatz an der Kaffeemaschine, beides exzellente Gelegenheiten zum Networking, bleiben oft als Erstes auf der Strecke. Der Kommunikationsexperte Paul Watzlawick hat einmal gesagt „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ In Bezug auf das Thema Selbstmarketing heißt das: Wenn Sie nichts machen, dann bildet sich ihr Image unkontrolliert von alleine. Besser, Sie greifen aktiv steuernd ein. Betrachten Sie es einfach als einen ganz normalen und elementaren Bestandteil Ihrer Arbeit!

 

7 praktische Selbstmarketing-Maßnahmen für alle Frauen

Folgende Ideen haben sich in meiner Coaching-Praxis bewährt:

  1. Nehmen Sie sich Zeit für ein Mittagessen oder für Kaffeedates mit den wichtigen Leuten; die Pause tut ihnen auch gut. Mindestens einmal die Woche und regelmäßig. Im Ausgleich bleiben ein paar Emails liegen – das geht gut, bestimmt!
  2. Pflegen Sie ihr Profil auf Xing, und wenn Sie im englischsprachig arbeiten auch auf LinkedIn. Das müssen sie nur einmal machen, und ihre professionelle Visitenkarte steht. Achten Sie auf ein gutes Foto! Versuchen Sie, ab und an neue Kontakte einzupflegen und Nachrichten abzurufen. Alle 10 Tage reicht dafür vielleicht schon. Grundsätzlich gilt dabei: Klasse statt Masse!
  3. Schauen Sie, dass Sie ab und an die Möglichkeit zu einem besonderen Projekt oder einem besonderen Vortrag bekommen, möglichst mit großer Visibilität. Planen Sie ihre Zeit dafür sorgfältig und geben Sie dafür punktuell Vollgas. Im Scheinwerfer sollte frau nicht straucheln.
  4. Haben Sie regelmäßig Termine mit Ihrem/r Vorgesetzten? Können Sie das regelmäßig einrichten? Im Termin: Berichten Sie vor allem von Erfolgen und bieten Sie Lösungen.
  5. Halten Sie sich gerade: Eine aufrechte Körperhaltung signalisiert Stärke.
  6. Loben Sie andere, ehrlich, schlicht und authentisch: Es wird ohnehin zu wenig gelobt im Büro. Der Gelobte freut sich und verbindet dieses schöne Gefühl mit Ihnen. Wenn Sie gelobt werden, dann sagen Sie einfach „Danke!“ und freuen Sie sich!
  7. Kleidung: Vielleicht haben Sie bestimmte Vorlieben, mit denen Sie einen speziellen Stil entwickeln können. Gut sind immer leicht kombinierbare Sachen mit einem optischen Highlight, z.B. eine markante rote Brille oder auffällige Ohrringe oder Ähnliches. Überlegen Sie: Was ist typisch Sie und gleichzeitig schnell und unkompliziert zu stylen, dass sie sich wohlfühlen.

Manchmal ist aller Anfang schwer. Einige Frauen berichteten davon, dass sie zu Anfang nur wenig gemacht haben und sich kaum etwas getraut haben. Vor allem, manche Dinge gezielt liegen zu lassen, um Zeit für Selbstmarketing-Aktivitäten zu gewinnen, fiel schwer. Aber wie so oft im Leben: Wenn Sie sich einmal getraut haben und es ging gut, dann werden Sie beim nächsten Mal vielleicht einen Schritt weitergehen. Tasten Sie sich heran an das Thema, und wie gesagt: Jede Aktivität ist besser als keine!

„Everybodys darling is everybodys Depp!“ – dieses Zitat wird Franz-Josef Strauß zugeschrieben, dem kernigen Ur-Bayern, der sicher nicht nur Freunde hatte. Und er hat recht. Beliebigkeit und Nettigkeit machen austauschbar. Gefunden und gefördert wird man für Einzigartigkeit und für ein – mitunter auch polarisierendes – Profil.

Dornröschen, der Inbegriff einer wunderschönen, zartgliedrigen und ewig weiblichen Märchenfigur, hat 100 Jahre geschlafen und auf seinen Prinzen gewartet. Dieser hat sie dann mit einem Kuss erlöst. So passiv sollten Sie nicht sein, sondern sich ihr Leben aktiv gestalten und daraus entstehende Chancen nutzen. Auch wenn nicht allles, was sich dabei ergibt, das Richtige ist – Sie haben dann zumindest die Wahl, ob Sie einen Frosch oder einen Prinzen küssen 😉!

Ich freue mich auf Ihre Kommentare!

 

Wollen Sie aktiv an Ihren Stärken und Ihrem Selbstmarketing arbeiten?
Regelmäßig biete ich dazu ein 9-wöchiges Online-Training an, bei dem Sie intensiv die Gelegenheit dazu haben, Ihren eigenen Ansatz von Selbstmarketing zu entwickeln. Authentisch und ehrlich, dass das zu Ihnen passt. Der Kurs ist randvoll mit Inspiration und guten Tipps sowie regelmäßigen Live-Treffen via Internet, bei denen ich Sie persönlich unterstütze. Mehr Informationen dazu sowie alle Termine finden Sie auf Beraterberater.

 

Weitere Artikel von mir zum Thema:

Editionf: Frauen – traut euch

In meinem Blog: Keine falsche Scham – warum Frauen Selbstmarketing machen dürfen 

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