Nur Mut! - Was gerade Frauen von Trump lernen können...

15. Feb, 2018

Woman demonstrating her muscles and pointing to herself. Black and white studio portrait

Er geht mir echt auf den Zeiger! Vor gut einem Jahr hat Trump das Amt des Präsidenten der USA angetreten. Es vergeht selten viel Zeit, bevor er über Twitter oder andere Kanäle seine berühmt gewordenen Statements in die Welt hinausposaunt. Und während wir vielleicht anfangs noch gedacht haben, dass es nur eine Frage von wenig Zeit sei, bis er das Amt wieder aufgibt oder gefeuert wird – er hält sich im Sattel. Am meisten nervt mich diese Mischung aus selbstverständlicher Selbstherrlichkeit und anmaßender Unwissenheit gepaart mit wahnwitziger Aggression. Er glaubt sich vor allem selber, dass er der Größte ist! Und von dem soll man etwas lernen können?! Frau/ Man kann…

Uns nervt bei anderen, was wir selber nie durften.

Ich habe mal gelernt, dass einen bei anderen am meisten nervt, was man sich selber nie erlauben würde. Oder was man früher als Kind ganz bestimmt nicht durfte. Die gute alte Erziehung. Je nach Familie mit sehr unterschiedlichen Verhaltensregeln gefüllt. Nicht unerheblich dabei die unterschiedlichen Vorgaben für Männer und Frauen. Männer bzw Frauen sollten so und so sein; Aggression ist zum Bespiel bei kleinen Jungs viel eher geduldet als bei kleinen Mädchen. Führung in einer kleinen Spielgruppe zu übernehmen auch. Kleine Mädchen werden dann gerne mal als „bossy“ bezeichnet. Diese Verhaltensregeln lernen wir sehr früh, und es stößt uns unangenehm auf, wenn jemand anderes dagegen verstößt. Wir wurden früh dafür sensibilisiert. Ein Verhalten wie Trump darf eigentlich nur ein Mann zeigen, oder?

Frauen sind so – und so nicht!

Interessant wie gerade Andrea Nahles mit ihrer „Brüllrede“ zuletzt die Menschen spaltete. Von Fremdschämen bis heller Begeisterung für eine Frau, die „der einzige Kerl der SPD sei“ war alles dabei.

Es gibt viele Verhaltensregeln auch gerade deswegen, weil sie dafür sorgen, dass wir Menschen besser zusammenleben können. Weil wir dann die Chance auf miteinander harmonischen Umgang haben und unsere Aufgaben besser geleistet bekommen.

Nicht auffallen bietet Schutz in der Menschen-Herde.

In der Steinzeit gab die Gruppe Schutz. Es war wichtig, überlebenswichtig, sich so zu verhalten, dass die Gruppe zusammen und vielleicht durch den Beitrag des einzelnen vielleicht sogar besser überleben konnte. Es ist ein ganz natürlicher Reflex von uns allen, nicht unangenehm auffallen zu wollen. Wir wollen gemocht werden, und akzeptiert. Dabei sein in der Gruppe. Deshalb ziehen die meisten von uns es vor, sich gruppenkonform zu verhalten. Und nicht aus der Reihe tanzen wie ein Trump.

In der Steinzeit gab es auch wie auch lange danach noch eine klare Ordnung von oben und unten. Der Stammesführer gab den Ton an, schüchterte ein und herrschte mit einer Mischung aus Angst machen und Wohlwollen. Mit Einsetzen der industriellen Revolution, der Entstehung von Beamtenstaaten bis hin zur Entwicklung der neuen agilen Unternehmensformen ist seitdem eine Menge passiert. Es geht mittlerweile sehr viel um Kommunikation auf Augenhöhe, Verbindung von komplexeren Sachverhalten und eine sehr viel kompliziertere Lebens- und Arbeitswelt, als vielen von uns das überhaupt lieb wäre. Trump ist einfach. Seine Aussage: Ich bin oben! Ich sage, wo es langgeht, wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich. Das bietet einen klaren Ankerpunkt in dieser komplexen Welt für viele, die Orientierung suchen. Trump sticht heraus und klärt (scheinbar) die Welt.

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Artikeln darüber, ob er eigentlich mental gesund ist. Ob es überhaupt normal ist, sich so zu verhalten. Keine Frage: Er ist ein absolutes Extrem! Und doch glaube ich, dass er gerade vielen Frauen (und auch Männern) dabei helfen kann, sich ein Stück weit weiterzuentwickeln. Er ist nämlich Meister darin, sich selbst zu behaupten, selbstbewusst aufzutreten und seine Botschaft auf Teufel komm raus in die Welt zu bringen.

Die Trump-Übung

Ich möchte damit nicht sagen, dass wir alle ein bisschen mehr Trump sein sollen. Gar nicht. Aber falls du zu den Menschen gehörst, die sich ab und an sehr schwertun, die eigene Meinung zu vertreten, dann möchte ich dir ein Gedankenexperiment bzw. eine Übung anbieten:

Das nächste Mal, wenn du innerlich wieder vor der Frage stehst: Was soll ich tun? Soll ich jetzt den Mund aufmachen und was dazu sagen, wie ich die aktuelle Lage im Projekt erlebe und meinen Verbesserungsvorschlag machen? Oder … ach nein, das kommt bestimmt blöd an … was die anderen dann nachher wieder von mir denken … Ist sowieso keine gute Idee… Kennst du das? Diese innere Stimme, die die eigenen Vorhaben oder die eigene Person manchmal klein und schlecht redet? Also beim nächsten Mal, wenn das passiert, dann möchte ich dich einladen, dir vorzustellen, dass du wie durch ein Wunder auf einmal ein klitzekleines Trump-Gen in dir hast.

Ein klitzekleines Trump-Gen als Helfer

So klein, dass es nicht schlimm ist, aber so groß, dass es dir bei deinem Vorhaben dabei helfen kann, dich zu behaupten. Stell dir das mal vor, das klitzekleine Trump-Gen. Vielleicht hat es sogar Haare auf dem Kopf oder hüpft wütend und selbstbewusst im Kreis? Wenn du jetzt lachen musst, dann ist das gut. Humor hilft immer! Also: Was wirst du jetzt tun, wenn du dieses kleine Trump-Gen zur Verfügung hast? Stell dir genau vor, wie dieser Winzling aktiv wird! Du könntest ihn dir gedanklich vor dem nächsten wichtigen Termin in deine Jackentasche stecken oder in die Handtasche. Vielleicht hilft symbolisch auch eine kleine amerikanische Flagge irgendwo bei dir oder deinen Unterlagen, damit du Zugang bekommst zu diesen Trump Qualitäten! Und wenn der Moment gekommen ist, aktiv zu werden, dann kannst du es gedanklich vielleicht sogar vor dir auf den Tisch stellen. Richte deinen Körper auf, Brust raus, und dann raus mit der guten Idee! Ich wette, dein Beitrag ist es wert gehört zu werden!

Ich höre im Coaching immer wieder, dass Selbstbehauptung nur etwas für Menschen ist, die ein starkes Selbstbewusstsein haben. „Klar, dass der oder die das so toll macht. Wenn ich so wäre wie die/ der, dann würde ich auch besser für mich eintreten können.“ Das stimmt, und es stimmt nicht! Denn tatsächlich unterstützt ein starker Selbstwert die Fähigkeit, sich zu behaupten. Umgekehrt ist es aber auch so, dass der Selbstwert wächst, wenn ich mich selbst behaupte! Daher kann es im Selbstmanagement sinnvoll sein, sich einfach mal auszuprobieren und es zu wagen.

Selbstbehauptung stärkt den Selbstwert (und umgekehrt)!

Bei Selbstbehauptung ist es wichtig, die richtige innere Haltung einzunehmen. Oft geht es tatsächlich darum, sich diesen Akt der Selbstbehauptung überhaupt zu erlauben. Ja, ich darf das tun! Trump stellt sich hier nicht in Frage. NATÜRLICH darf er das. Und diesen Aspekt der selbstbewussten Haltung können wir uns gerne abschauen und von ihm lernen. So, dass es zu uns passt!

Mutig ist derjenige, der Angst hat und es trotzdem wagt! Und wenn du der Meinung bist, dass dein Selbstwert noch nicht stark genug ist, dann kann dir das klitzekleine Trump-Gen als Unterstützer vielleicht dabei helfen, einen ersten Schritt zu machen. Beim zweiten Mal wird es schon leichter, und jede weitere Tat ebnet nur noch mehr den Weg. Irgendwann musst du nicht mehr an Mini-Trump denken und stehst deine Frau – einfach so!

Und dann hätte Trump tatsächlich völlig ohne es zu wissen eine gute Tat vollbracht. Wer hätte das gedacht?

 

Zum Weiterschauen: Marion Knaths auf Youtube zum Thema unterschiedliche Kommunikation bei Männern und Frauen und warum man beim Puppen spielen nur verlieren kann…

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