Von Kaffee und Fröschen im Alltag... mehr Zufriedenheit dank Fokus!

31. Jan, 2018

Laubfrosch IVIch laufe. Vom Esstisch, wo ich gerade das Frühstück abräume, in die Küche. Da liegt ein dreckiges Küchenhandtuch. Das bringe ich zur Waschmaschine. Ein Blick: Der Trockner ist gelaufen. Wo ich gerade da bin, kann ich den auch ausräumen. Ich trage den Wäschekorb nach oben. Auf dem Treppenabsatz oben finde ich die Zeitschrift wieder, in der ich den einen Artikel so spannend fand. Da wollte ich für diesen Blog was draus machen. Der Blog … da fällt mir ein, dass ich noch eine Kollegin anrufen wollte. Apropos anrufen… den Zahnarzt Termin für die Kinder wollte ich auch noch vereinbaren. Ich sause in solchen Momenten von Aktion zu Aktion, springe zwischen Haushalt und Arbeit hin und her. Dann gehen mir noch Gesprächsfetzen von Coachings durch den Kopf und ich denke einen Moment über die Frau von gestern nach. Es passiert ganz viel. Nach 2 Stunden dieser Art bin ich schon ziemlich müde. Es ist viel passiert, aber gefühlt nichts Richtiges. EIGENTLICH wollte ich was ganz anderes heute unbedingt tun. Das ist wieder liegen geblieben. Und ich bin unzufrieden mit mir.

Statt Haushalt kann man hier auch getrost das E-Mail-Programm einsetzen, das morgens gerne als erstes geöffnet wird. Von Mail zu Mail, von Sachverhalt zu Sachverhalt. Links klicken, darüber im Internet hängen bleiben… kennst du das?

Die meisten Menschen neigen dazu, mit viel Elan nacheinander (oder gleichzeitig) viele unwichtige Dinge zu tun – Eine Aktivität geht über in die nächste. Was dann oft zurückbleibt ist tatsächlich ein unbefriedigtes Gefühl. Es bleibt der Eindruck, dass nichts richtig geschafft wurde.

Aber wie kann man das ändern?

Hier hilft tatsächlich ein Klassiker des Zeitmanagements: Das Pareto-Prinzip. Vilfredo Pareto stellte um 1895 herum schon fest, dass es in der damaligen Gesellschaft augenscheinlich zwei Gruppen von Menschen gab: Die oberen 20%, die viel Macht und Einfluss hatten. Und die anderen 80%, die vergleichsweise ein unbedeutendes Leben führten. In seiner weiteren Arbeit gelangte Pareto dann zu der Erkenntnis, dass diese Verteilung grundsätzlich auch auf eine Menge wirtschaftlicher Vorgänge übertragbar ist. Im Kern sagt das Pareto-Prinzip Folgendes aus:

Mit 20% der Aktivitäten kannst du 80% des Ergebnisses erreichen!

Konkret heißt das, dass oft 20% der Kunden 80% des Umsatzes machen. In 20% der Zeitung stehen 80% der Neuigkeiten. Mein Highlight in diesem Zusammenhang (oft erlebt): In 20% Meetingzeit fallen 80% der Entscheidungen. Undsoweiter. Kurz gesagt: Von einer Liste mit 10 Aufgaben sind nur 2 so wichtig, dass sie alle anderen mit ihrem Ergebnis und ihrer Wichtigkeit weit übertreffen.

„Wir haben immer genug Zeit, wenn wir wollen und sie richtig nutzen.“ (Goethe)

Interessanterweise finden Menschen diese 2 Aufgaben häufig sehr befriedigend. Aber es sind auch oft genau die Aufgaben, die wir erstmal vermeiden wollen, da sie meist besonders schwierig sind. Und deswegen fällt gerade bei diesen Aufgaben auch das Anfangen besonders schwer. Mein persönliches Lieblingsbeispiel im privaten Umfeld ist die Steuererklärung. Oder: Ich weiß auch noch sehr gut, wie es war, als ich für größere Abschlussprüfungen an der Schule und der Uni lernen musste. Nie war mein Zimmer bzw. nachher meine kleine Wohnung so aufgeräumt wie zu diesen Zeiten! Sogar die Bügelwäsche war erledigt – etwas, was ich normalerweise überhaupt nicht mag.

3 Schritte sichern dir den Tageserfolg:

  1. Am Morgen den Tag planen und Aktionismus vermeiden! Es hilft tatsächlich, sich jeden Morgen (egal ob zuhause oder im Büro) in Ruhe hinzusetzen, vielleicht sogar noch mit einer Tasse Kaffee oder Tee, und kurz aufzuschreiben, was an diesem Tag alles erledigt werden soll. Egal ob hier eine elektronische Aufgabenplanung zum Einsatz kommt oder der gute alte Zettel aus Papier: Auf diese Weise erhält man einen Überblick. Wenn der einmal geschaffen ist, dann kommt die wichtigste Frage…
  2. Jetzt ist es wichtig, eine Entscheidung zu treffen! Welche zwei oder drei Aufgaben sind an diesem Tag besonders wichtig? Es kann gut sein, dass du genau auf diese Themen gerade überhaupt keine Lust verspürst. Brian Tracy, ein sehr renommierter Autor für Zeitmanagement-Techniken, nennt das den „Frosch“, den es “als erstes zu essen gelte“.
  3. Anfangen! Überwinde dich, direkt mit einem „Frosch“ anzufangen! Jetzt ist die Wahrscheinlichkeit am größten, sich durch viele kleine unwichtige Aufgaben ablenken zu lassen. Dieser Schritt braucht tatsächlich etwas Übung. Mein Tipp: Wenn du den Tag etwas gemütlicher startest, z.B. indem du zuerst mit dem oben genannten Kaffee/Tee eine Planung machst, dann kannst du diesen Moment gleichzeitig nutzen, um dir etwas Gutes zu tun und damit regelrecht Anlauf zu nehmen. Probier das mal aus!

Oft ist es tatsächlich so, dass alleine das Nachdenken über eine wichtige Aufgabe und die Tatsache, dass man auch wirklich anfängt, sehr motivierend sein kann. Und ist der Frosch erstmal geschluckt (Igitt! Ekelige Vorstellung!) dann ist man hinterher besonders stolz!

Das ist übrigens eine Lernerfahrung, die Kinder und Jugendliche erst machen müssen.

Und noch ein Hinweis: Ein Frosch am Tag reicht aus! Sei liebevoll zu dir und übertreibe es nicht mit der Selbstkontrolle. Prof. Dr. Maja Storch von der Uni Zürich hat in Ihren Forschungen rund um das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) herausgearbeitet, dass es uns nicht gut tut, wenn der Anteil Selbstkontrolle die 30% Anteil am Tagesverlauf längerfristig überschreitet…

Aber: Wenn du das alles regelmäßig schaffst, dann wirst du tatsächlich bald feststellen, dass das Überwinden immer leichter fällt. Du wirst ein neues Gefühl von Arbeitszufriedenheit entwickeln. Auch wenn es sicher eine Zeit braucht, diese Gewohnheit zu entwickeln.

Und: Mit der vorweg geschalteten Kaffeepause hast du außerdem noch die Möglichkeit, nicht nur zu planen, sondern auch einen Moment der Achtsamkeit einzubauen. So kannst du nochmal in dich hinein zu fühlen, wie es dir gerade geht, und ob du an diesem Tag den ganzen großen Frosch in Angriff nehmen magst ob die erste Hälfte davon auch ausreichend sein könnte.

Schaffe ich das immer selber so perfekt? Nein, sicher nicht. Aber den Kaffee am Anfang, den schaffe ich oft ;-), und tatsächlich entsteht daraus meist mehr. Ich habe gerade in den letzten Monaten festgestellt, dass mir ein liebevoller Einstieg in den Tag viel bringt. Und wenn du eher zu den Menschen gehörst, die sich ihren Druck ordentlich selber machen können, dann ist das vielleicht sogar die wichtigere Hilfestellung für dich.

In diesem Sinne: An die Frösche! – fertig – los!

 

Was ist dein persönlicher Frosch? Der dickste und fetteste, den du kennst?

 

Buchtipp: Brian Tracy – Eat the frog (Gabal)

Link zum Weiterlesen: Eisenhower für Eltern

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