Warum wir manchmal mehrere Anläufe brauchen...

27. Sep, 2017

Warum schon wieder?

Ganz am Anfang meines Weges in diesem Sommer stand logischerweise die Frage: Warum schon wieder? In meinen Augen hatte ich schon einen so weiten und in Teilen auch mühsamen Weg hinter mich gebracht, um alte Verhaltensweisen zu ändern, mich neu zu erfinden und immer wieder auch schmerzvoll auf Altes zurück zu schauen. Liebevoller Umgang mit mir selber, das war zum Beispiel etwas, dass ich mühsam erlernen musste. Pausen machen, auch das. Und doch…irgendwie hatte es nicht gereicht.

Die alten Gedankenfetzen von „nicht gut genug sein“ kamen wieder hoch. Jetzt auch noch doppelt schwierig. Denn schließlich habe ich als Coach den Anspruch, Leuten wie mir auch helfen zu können, Licht in Ihren Weg zu bringen und vielleicht manchmal auch maßgeblich in Ihrer Orientierung zu unterstützen. Schließlich: Wie gut bin ich den als Coach, wenn ich das selber anscheinend nicht hinbekomme? Viele Zweifel standen im Raum.

Ein erster Durchbruch lag in einer Äußerung meines Bruders. Immer wieder ein sehr geschätzter Gesprächspartner, auch weil er selber sehr reflektiert durchs Leben geht. Er wies mich darauf hin, dass es ja bei jeder Erkrankung völlig andere Auslöser gewesen seien. Und da hatte er recht. Es machte etwas „click“ in mir:

Ich hatte bei meiner ZRM-Ausbildung einiges über den Aufbau des Gehirns gelernt. Maja Storch von der Uni Zürich hat (stark verkürzt) in Ihrem Modell eingearbeitet, wie unser Gehirn funktioniert. Wir denken nur mit 5% unseres Gehirnes tatsächlich bewusst, und die anderen 95% der Hirnkapazität laufen unbewusst ab. Bei einem bestimmten Auslöser hatte ich also auf einer bewussten/ kognitiven Ebene verstanden, dass mein Verhalten nicht gut war. Ich hatte es auch noch geschafft, dass mit viel Nachdenken auf weitere Situationen zu übertragen. Aber natürlich war es nicht möglich gewesen, die gesamte im Gehirn durch eine Vielzahl von Erfahrungen gebildete Datenautobahn vollumfänglich so zu bearbeiten, dass nichts mehr passieren würde. Und logischerweise blieben Teile im Dunklen. Und noch logischer war es, dass andere Auslöser, vor allem, als sie stark und schnell genug kamen, alte Verhaltensweisen neu aktivierten. Diese Auslöser triggerten die unbewussten Teile in meinem Gehirn, und deren Reaktion erfolgt (laut Maja Storch) 4mal schneller als die Teile im Bewusstsein.

Kompliziert? Sagen wir: Ich bekam auf dem Silbertablett eine neue Chance zur Weiterentwicklung serviert. Das hört sich doch viel freundlicher und schöner an, als es die halb durchwachten Nächte mit Ängsten waren. Das nennt man positives Reframing – ich gebe den Dingen einen anderen Rahmen, deute sie neu, um Chancen aufzuspüren. Das musste ich aber erstmal akzeptieren. Und vor allem Letzteres fiel mir überhaupt nicht leicht. Weil ich genau wusste, wie anstrengend solche Phasen sind. Das ist ein Teil der Psychoarbeit, wo ich vollstes Verständnis für meine Kunden habe, immer. Ich weiß, wie hart diese Arbeit sein kann, und ich weiß auch, wie langsam solche Prozesse laufen können. Einfach, weil wir uns als Ganzes dabei auch mitnehmen müssen. Timing ist keine Stadt in China. Manches geht schnell, manches braucht länger. Erzwingen kann ich nichts dabei. Und ich hatte echt keine Lust dazu!

Aber: Das Leben präsentiert uns unsere Lernfelder so lange, bis wir Sie abschließend verstanden und bearbeitet haben.

Manchmal reicht ein Leben vielleicht auch nicht aus. In dem Zusammenhang hat sich mir der Sinn meines Lebens auch noch einmal neu erschlossen: Neben meinen Kindern (die für mich absolut sinnstiftend sind!) soll es in meinem Leben auch darum gehen, dass ich meine Themen immer weiter löse und mich entwickele, die mir gestellte Lebensaufgabe an der Stelle so weit zu lösen, wie es möglich ist. Und wenn ich dieses Wissen dann auch noch an andere weitergeben kann, was ich sehr gerne möchte, dann hat mein Leben für mich Sinn.

Zweite Erkenntnis: Ich bin in Veränderung. So einfach ist das! Ich konnte nur die Erlebnisse diesen Sommer haben, weil ich vorher andere Schritte gegangen war. Und was gestern eine Lösung war, kann heute unmöglich eine Lösung sein. Weil ich anders bin, weil sich mein Leben geändert hat.

Dritte Erkenntnis: You cannot outhink the thinker! Mehr von den gleichen Methoden der Vergangenheit wird mir nicht weiterhelfen, sondern ich werde mich meinen Themen nochmal mit anderen Methoden nähern, die mehr auf das Unbewusste abzielen. Nichts zum Denken, sondern zum Fühlen. Da ich seit 2016 in Ausbildung bin für Hypnosetherapie hatte ich bereits ein sehr gutes Instrument kennengelernt, mit dem ich die Arbeit an mir jetzt auch intensivieren wollte. Mit Autohypnose, aber auch mit geführten Hypnosen. Dabei habe ich gelernt, dass das Unbewusste wunderbar einbezogen werden kann und dass ich keinerlei Angst davor haben muss, was und wie sich das zeigt. Im Zentrum steht die gedankliche Arbeit mit Farben, Symbolen, Bildern, Gefühlen…alles Wege direkt in die unbewussten Hirnebenen, die kognitiv nicht zu erfassen sind.

Überhaupt: Arbeiten über den Körper, gar nicht so viel denken, nochmal mehr ins Fühlen kommen. Somatisches Arbeiten, Somatic Coaching eben.

Ich weiß über die Arbeit mit Klienten bereits, wie toll sich das machen lässt. Mitunter ersetzt eine gute Hypnose viele Stunden Gespräch. ZRM als Tool geht ebenfalls in diese Richtung. Aber ich mag mich mittlerweile als Coach gar nicht mehr so sehr auf ein bestimmtes Instrument oder eine Methode festlegen, da ich immer wieder sehe, wie wichtig es ist, beim Kunden zu sein und zu sehen, was für ihn zu diesem Zeitpunkt am besten passt.

Was ist denn jetzt also für mich gerade jetzt passend? Und: Wie finde ich denn für mich die richtige Begleitung?

Auch aus professioneller Sicht begann diesen Sommer nochmal eine neue Ära. Vielleicht nicht ganz freiwillig (auf bewusster Ebene), mit Sicherheit aber weiter auf einem wichtigen und richtigen Weg.

Du siehst, ich lerne weiter mit dem Ziel, meinen Weg zu gehen, aber auch mit dem Ziel, möglichst viel davon weitergeben zu können. :-*

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