Wie eine Münze über dein Leben entscheiden kann – oder doch nicht?

01. Jun, 2018

Stelle annehmen – ja oder nein? Die junge Frau saß sehr unentschlossen vor mir. Wir hatten einige rationale klassische Wege versucht, Ihr die Entscheidung zu erleichtern. Es gab eine Pro-Contra-Liste, es gab die Meinungen von Familie, Freunden und Bekannten… Es gab viele gute Argument

e FÜR diese Stelle, aber eben auch eine Menge gute Argumente dagegen. Unter anderem meldete sich eine gehörige Portion Angst und Unsicherheit, ob denn diese Stelle nicht eine Nummer zu groß für Sie sei.

„Lassen Sie uns doch eine Münze werfen!“ schlug ich ihr vor, mit einem breiten Lächeln. Entsetzt und leicht ungläubig schaute sie mich an. „Eine Münze werfen? Das habe ich noch nie getan! Schon gar nicht für sowas Wichtiges!“ Sie holte aber trotzdem eine Münze hervor, nahm sie in die Hand, zauderte… „Ich soll jetzt echt eine Münze werfen???“ „Ja! Lassen Sie die Münze einfach entscheiden. Dann müssen Sie sich keinen Kopf mehr machen!“ Bestimmter Gesichtsausdruck meinerseits. Große Augen auf der anderen Seite. Sie atmete tief durch – und warf die Münze!Im vergangenen Post über die Rahmenbedingungen bei der Berufs- oder Studienwahl hatte ich angekündigt, diese Woche etwas zum Thema Entscheidungsfindung zu schreiben. Im Coaching versuche ich immer, möglichst mehrere Alternativen herauszuarbeiten, vor allem mehr als zwei. Sonst entsteht nämlich sehr leicht eine Art innere Blockade, eine Denkblockade. Wir fühlen uns dann gerne mal eingesperrt, was Entscheidungen mitunter erschwert. Die hier beschriebene Entscheidungssituation ist also eigentlich eine, die ich zu vermeiden versuche.

Gleichwohl – irgendwann kommt sie eben. Ich muss mich entscheiden: Gehe ich diesen Schritt oder nicht? Und manchmal fällt das sehr schwer. Es ist, als ob ich einen Stein in der Hand halte und die Idee habe, ihn ins Wasser zu werfen. Ich kann nicht beides haben: Halten und werfen. Wenn ich werfe, dann verliere ich den Stein aus der Hand. Wenn ich ihn behalte, dann zieht der geworfene Stein keine Kreise im Wasser. Eine Entscheidung FÜR etwas ist also auch immer eine Entscheidung GEGEN etwas anderes. Solche Entscheidungen fallen manchmal sehr schwer, vor allem, wenn wie in diesem Fall doch einiges daran hängt.

Ich habe vor einiger Zeit ein kurzes Video gemacht zum Thema Entscheidungen mit einer Münze treffen. Die Inspiration stammt aus einem Buch von Ajahn Brahm: Der Elefant, der das Glück vergaß. Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden.

In diesem Video beschreibe ich die Technik und was es mit ihr auf sich hat. Es geht nämlich gar nicht darum, dass die Münze WIRKLICH die Entscheidung trifft. Aber sieh selber (Dauer 1:45min)

Und? Was sagst du dazu?
In meinem Coaching-Beispiel kam das Ergebnis (per Münze!), dass die junge Frau die Stelle NICHT annehmen sollte. Die Enttäuschung stand ihr ins Gesicht geschrieben! Sie war mehr als enttäuscht darüber! Es kamen sogar Tränen. Als ich sie dann darüber aufklärte, dass es gar nicht um die Münze und die Entscheidung per Münze ginge, sondern dass die Empfindung, die mit diesem Ergebnis kam den entscheidenden Hinweis zur Klärung bringen sollte… da stand ihre Entscheidung sehr schnell fest! Sie WOLLTE die Stelle antreten und das damit verbundene Risiko in Kauf nehmen. Die starke Enttäuschung hatte ihr gezeigt, wie sehr das Bauchgefühl und die innere Gefühlslage tatsächlich schon zu dieser Entscheidung neigten. Erst mit der Münze war ihr das klar geworden. Eine große Entscheidung, aber sie hatte zu sich gefunden.

Wäre das auch was für dich?

 

  • Zum Weiterlesen:
    Buchtipp: Ajahn Brahm – Der Elefant, der das Glück vergaß. Buddhistische Geschichten, um Freude in jedem Moment zu finden.
  • Blogbeitrag zur Berufswahl für Schüler und Studenten 
Teilen:

Rufen Sie mich an oder schreiben Sie mir!

Fix:  +49.2173.856238
Mob: +49.172.238 2156
kontakt@juliapeters.info

© Julia Peters Coaching & Training 2020 | Impressum | Datenschutz | Haftungsausschluss