Wie ich zum Häuptling wurde... - ein Selbstversuch!

23. Feb, 2018

„Häuptling, unser Schutz läuft bald ab!“ – Mit solchen Nachrichten werde ich neuerdings – seit 2 Wochen genauer gesagt – morgens auf meinem Handy begrüßt.

Successful business people standing over blue sky and purposefully looking away.

Der Häuptling, das bin ich. Ich gebe die Richtung vor, und die Truppen folgen mir.

Es geht um Das Spiel „Clash of Clans“, von dem meine Kinder seit Wochen und Monaten schon begeistert sind. Ich war neugierig, was sie da tun. Aber ich war auch neugierig, was das so mit mir machen würde. Ein Versuch in Selbstmanagement, denn ich habe noch nie großartig Spiele gespielt.

Tatsächlich habe ich ein Dorf gegründet, nenne mich dort julesthegreat und hege und pflege diese Welt. Kurz aber doch minimum einmal am Tag. Mittlerweile bin ich sogar im Clan meiner Kinder aufgenommen worden, wobei ich sie zu Stillschweigen verpflichtet habe. Ich will da gar nicht auffallen. Kurzzeitig hatte ich mal überlegt, einen anderen Clan anzusteuern. Es gab tatsächlich „Langenfeld Ü 40“ in der Auswahl. Aber die scheinen das doch ernsthafter zu betreiben als ich das möchte…

Endlich eine Welt, in der alles so läuft, wie ich das will – meistens zumindest!

Was macht es mit mir, Häuptling zu sein? Ich versuche mal einen Überblick über meine Eindrücke und Lernkurven aus diesen 2 Wochen zu geben:

  1. Häuptling sein hört sich toll an!

Ich bin Chef und es passiert, was ich will. Eine neue Goldmine bauen – zack, da! Elixiersammler verbessern, Mauern bauen – mit links! Das gestalten macht mir sehr viel Spaß. Und Häuptling „julesthegreat“… endlich eine Welt, in der alles so läuft, wie ich das will!

  1. Hegen und Pflegen liegt mir im Blut – als Mama auch keine große Kunst. Und wehe, es greift jemand dieses Dorf an!

Ich übe Angreifen auf eine spielerische Art und Weise.

  1. Angreifen liegt mir nicht – Ich kann Aggression aber gut lernen!
    das ist jetzt gar nicht neu. Ich bin von Natur aus ein friedfertiger Mensch. Und gleichzeitig, wenn ich weiter Pokale sammeln will, dann muss ich in diesem Spiel tatsächlich angreifen. Das bedeutet, dass meine Truppen das Dorf eines anderen möglichst voll umfänglich zerstören! Dafür habe ich 3 Minuten Zeit. Beim ersten Mal tut es mir sehr sehr leid! Beim zweiten Mal geht es. Beim dritten Mal fange ich an, kühler zu kalkulieren und die Verteidigung des Gegners zu analysieren. Gar nicht so schwer, und die zunehmenden Erfolge geben mir recht. Aber ich behalte einen Rest Skrupel, bin vorsichtig und abwägend. Ich frage mich, was davon ich im echten leben vielleicht gebrauchen kann, um mich beim Thema abgrenzen und nein sagen zu stärken… In echt habe ich keine Riesen Level 2 verfügbar. Wobei es toll wäre, wenn die draußen kehren würden oder hier drinnen aufräumen oder putzen. Ich stelle mir vor, wie ein Bogenschütze an meinem Rechner sitzt und mir die Termine macht… Wie auch immer: Ich lerne wie ich angreifen muss, damit es funktioniert. Man kann es üben, auch wenn es nicht so viel Spaß macht.
  1. Tatsächlich verbessert dieses Spiel unsere Kommunikation!
    Die Kommunikation mit meinen Jungs verändert sich. Wir reden komplett auf Augenhöhe, und nicht selten bin ich diejenige, die ihre Erfahrung braucht. Sie erklären mir diese Welt. Sie sind die Experten, ich der Anfänger. Sie coachen mich. Verkehrte Welt, aber es fühlt sich gut an. Wir kommen uns tatsächlich näher. Sie sind jetzt ganz wild darauf, mir Truppen zu spenden oder mir noch mehr Tipps zu geben, wie ich meine Verteidigung verbessern könnte. Wir sitzen zusammen am Tisch und zocken, reden über das, was passiert. Und es entsteht mehr Nähe. Und tatsächlich steigt die Achtung der Jungs mit der Festigkeit meiner Wehrmauern und der Anzahl meiner Pokale immer mehr. Ich habe sogar mitbekommen, dass sie jetzt mit mir ein bisschen angeben bei Ihren Freunden…

Kommunikationshilfe und Suchtgefahr zugleich

  1. „Große Suchtgefahr!“
    – davor hatte der Vater eines Freundes von Kind 1 mich schon gewarnt. Er geht regelmäßig rein und baut mit am Dorf seines Sohnes. Und tatsächlich: Es kostet richtig viel Kraft, nicht dauern rein zu gehen. Es braucht ein sehr starkes Selbstmanagement, mehr als bei Facebook und anderen Sachen. Und ich fange an zu begreifen, was ich da eigentlich von meinen Jungs verlange, wenn ich will, dass Sie nach einer gewissen Zeit von alleine aufhören. Positiver Nebeneffekt: Ich bin tatsächlich deutlich weniger auf Facebook, Instagram etc.
  1. Nichts ersetzt echte Bücher oder gute Gespräche!
    Nach 20min im Dorf habe ich nicht das Gefühl, etwas Sinnvolles getan zu haben. Es ist pure Unterhaltung, „Eskapismus vom Feinsten“ wie mein Mann zu sagen pflegt. Aber es fühlt sich für mich leer an. Was aber, wenn ich die Erfahrung von einem guten Buch oder einer tiefen guten Verbindung im Gespräch noch nicht gemacht habe in meinem Leben, wie z.B. kleine Kinder? Es braucht hier Selbstkontrolle und Anleitung.

Selbstmanagement braucht Regeln

  1. Nutzung braucht Regeln! Die Jungs haben feste Zeitkontingente und ich versuche, max. 2mal am Tag zu schauen…

Der Selbstversuch läuft noch weiter, aber in Maßen! Noch eine feste Regel: keine In-App Käufe – denn tatsächlich kann man sehr viel echtes Geld ausgeben, um mit virtuellen Schätzen schneller ein noch wichtigerer Häuptling zu sein. Ich ziehe es aber für uns vor, dass es ein bisschen Geduld und Muße braucht, bis sich das so entwickelt.

 

Fazit: Ich bin froh, das auszuprobieren!

  • Es ist gut zu wissen, was sie da tun. Ich kann mitreden und tatsächlich sind wir uns dadurch auch nähergekommen.
  • Selbstkontrolle fällt selbst einem Erwachsenen schwer bei dem Thema; gutes Training fürs Selbstmanagement!

Häuptling werden ist nicht schwer – Häuptling sein dagegen sehr!

Und noch eine Idee kommt auf: Vielleicht sollten wir alle unser Leben ein bisschen spielerischer angehen, um so mehr Leichtigkeit hineinzubekommen, mehr Begeisterung für das, was wir tun?

Und jetzt entschuldigt mich bitte, die Goldlager Level 4 sind voll! Ich muss nur mal kurz… 😊

 

Was sind deine Erfahrungen mit Gaming? Wie schaffst du die Selbstkontrolle? Gibt es Regeln, die du dir dafür gemacht hast? Und aber auch: Gibt es etwas, dass du Online gelernt hast und im „richtigen Leben“ verwenden kannst?

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